Es ist schon viele Jahre her, dass ich mich in einer ähnlichen Situation befand. Dennoch habe ich den Unterschied erlebt – und so habe ich ihn wahrgenommen:
Ich habe Deutsch in der Schweiz gelernt. Als ich dort in den späten siebziger und frühen achtziger Jahren arbeitete, war es im beruflichen Umfeld üblich, sich zu siezen und einander natürlich mit „Herr“ oder „Frau“ anzusprechen. Dies galt meist auch außerhalb der Arbeit; das informelle „Du“ war engen Freunden vorbehalten.
Später, nach meiner Zeit in der Schweiz, arbeitete ich wieder mit Amerikanern zusammen – ich war bereits vor meinem Aufenthalt in der Schweiz bei einem amerikanischen Unternehmen tätig gewesen –, und da lagen die Dinge natürlich ganz anders. Die Atmosphäre war viel lockerer. Doch gerade deshalb musste man im Umgang mit anderen deutlich vorsichtiger sein.
Ehrlich gesagt habe ich die formelle Schweizer Arbeitsweise bevorzugt. Die Anrede mit „Herr“ oder „Frau“ und dem Nachnamen gewährleistet ein gewisses Maß an gegenseitigem Respekt. Das informelle „Du“ hingegen verleitet andere oft dazu, Grenzen zu überschreiten und – als Folge davon – unangemessene Fragen zum Privatleben zu stellen, was wiederum zu Spannungen unter Kollegen führen kann.
Kurzum: Meiner Meinung nach ist die „altmodische“, formelle Vorgehensweise weitaus besser. — © Mark Alexander