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July 12, 2023

Russland: Waren die Sanktionen umsonst? | NZZ

Jul 12, 2023 | Russland ist eines der am stärksten mit Sanktionen belegten Länder der Welt ist. Rund 750 Sanktionspakete haben westliche Staaten seit dem Angriff auf die Ukraine verhängt. Doch als Privatperson in Russland merkt man davon nur wenig. Unser Russland-Korrespondent Markus Ackeret in Moskau erklärt, warum die Sanktionen dennoch nicht spurlos an Russland vorbeigehen: «Die Sanktionen treffen das Land weniger in dem Sinne, dass jetzt plötzlich die Wirtschaft zusammenbricht oder dass im Alltag die Regale in den Geschäften leer sind. Vor allem ist diese Wirkung aber mittel- und längerfristig. Sie verlangsamen Russlands Entwicklung.»

March 04, 2014

Deutsche Firmen fürchten Eiszeit mit Russland


SPIEGEL ONLINE: Die Krim-Krise belastet die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Russland und Deutschland. Die Länder sind so eng miteinander verflochten, dass Sanktionen und mögliche Gegensanktionen ernsthafte Folgen hätten.

Hamburg - Der Warenstrom zwischen Deutschland und Russland ist fast ausgeglichen: Öl und Gas fließen aus Sibirien nach Deutschland, deutsche Unternehmen liefern vor allem Autos, Maschinen und chemische Erzeugnisse in die russische Föderation. Die wechselseitigen Verbindungen zwischen der Wirtschaft beider Länder haben sich in den vergangenen Jahren verstärkt - zu Wohl und derzeit Wehe der Unternehmen.

Rainer Lindner, Geschäftsführer beim Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft zeigt sich deshalb äußerst besorgt über die Zuspitzung der Lage auf der Krim: "Wir erleben große Turbulenzen an den Märkten, die russische Wirtschaft ist bereits stark betroffen, genauso die börsennotierten deutschen Unternehmen, die auf dem russischen Markt tätig sind; darunter Metro , Volkswagen , BMW oder Daimler ". Deutschland habe deutlich engere Verbindungen zu Russland als andere europäische Länder, mit 6000 deutschstämmigen Betrieben seien mehr Firmen in Russland tätig als aus allen anderen EU-Staaten zusammen. Lindner zufolge hängen 300.000 deutsche Arbeitsplätze am Russland-Geschäft.

Das Handelsvolumen zwischen Russland und Deutschland belief sich im vergangenen Jahr auf rund 76,5 Milliarden Euro, wobei die russischen Exporte mit einem Wert von rund 40,5 Milliarden Euro leicht über den deutschen Ausfuhren (36 Milliarden Euro) lagen. Während Deutschland für Russland der drittwichtigste Handelspartner ist, liegt umgekehrt Russland nur auf dem elften Platz der wichtigsten deutschen Handelspartner - knapp hinter Polen. » | Von Franziska Bossy und Nicolai Kwasniewski | Dienstag, 04. März 2014

July 19, 2010

Atom-Programm: Hamburger Bank soll Iran bei Atom-Geschäften geholfen haben

ZEIT ONLINE: Eine in Deutschland ansässige Bank ist offenbar an iranischen Atomgeschäften beteiligt. Damit hat das Geldinstitut Iran geholfen, die Sanktionen der UN zu umgehen.

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An iranischen Rüstungsgeschäften beteiligt: die Sepah-Bank. Foto: Zeit Online

Mithilfe einer kleinen Bank in Deutschland hat die iranische Regierung die im Atomstreit verhängten Sanktionen umgangen. Dies berichtet das Wall Street Journal. Demnach wickelte die in Hamburg ansässige Europäisch-iranische Handelsbank (EIH) Milliarden-Geschäfte für iranische Unternehmen ab, die an den umstrittenen Atom- und Rüstungsprogrammen Teherans beteiligt sind. Zu den Kunden des Geldinstituts gehörten auch die iranischen Revolutionsgarden.

Nach Informationen der Zeitung war die EIH im vergangenen Jahr Teil eines groß angelegten Versuchs der iranischen Führung, an den vom UN-Sicherheitsrat verhängten Sanktionen vorbei Geschäfte zu machen. So habe das Institut unter anderem Überweisungen für die iranische Sepah-Bank ausgeführt, die in Europa und den USA wegen ihrer Rolle bei iranischen Rüstungsdeals auf der schwarzen Liste steht. Weiter lesen und einen Kommentar schreiben >>> Zeit Online, AFP | Montag, 19. Juli 2010

July 14, 2009

Iran sitzt auf seinem schwarzen Gold fest: Folge von veralteten Fördertechnologien und Sanktionen

NZZ Online: Benzin muss Iran für Milliarden Dollar teuer importieren, und die Rohölförderung nimmt jedes Jahr weiter ab, obwohl unter dem Land die drittgrössten Erdölreserven der Welt schlummern. Das Gleiche gilt für Erdgas, wo nur das Riesenreich Russland die iranischen Reserven in den Schatten stellt.

Iran verfügt über die drittgrössten Erdölreserven der Welt. Doch um aus Vorräten eine Ware zu machen, braucht es Fördertechnologien und Einrichtungen zur Weiterverarbeitung der Rohstoffe. Das ist Irans Achillesferse. Hier schmerzen die internationalen Sanktionen – und das Chaos infolge der umstrittenen Präsidentschaftswahl macht alles noch schlimmer.

Für die weitere Wirtschaftsentwicklung ist das pures Gift. «Wenn man die Zeit nach der Wahl betrachtet, mit der jetzt ziemlich sichtbaren tiefen Spaltung innerhalb der regierenden Elite, dann ist es schwierig, sich vorzustellen, wie sich Präsident Mahmud Ahmadinejad nach der Niederschlagung der Proteste auf die Seite der Gewinner schlagen will», sagt Samuel Ciszuk, Nahost-Energie-Spezialist beim Analystendienst IHS Global Insight in London. Statt die kränkelnde Wirtschaft zu sanieren, müsse sich die Regierung nun für mindestens den Rest des Jahres auf die innenpolitischen Spannungen konzentrieren.

Diese Verzögerung kann sich Iran jedoch kaum leisten. Die Sorge um die wirtschaftliche Entwicklung war schon vor der Präsidentenwahl vom 12.–Juni eines der wichtigsten Themen. Oppositionsführer Mir Hossein Moussavi, der sich von Ahmadinejad um den Sieg betrogen sieht, wies bereits im Wahlkampf warnend darauf hin, dass der Hardliner das Land mit seiner Günstlingswirtschaft an den «Rand des Abgrunds» manövriert habe. >>> ap | Dienstag, 14. Juli 2009