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August 21, 2025

Venezuela - Maduros Machtkampf | Doku HD Reupload | ARTE

Aug 20, 2025 | Präsident Maduro regiert Venezuela seit elf Jahren mit harter Hand. Trotz Unruhen und Wirtschaftssanktionen der USA hält er an der Macht fest. Maduro stürzte das Land in die schlimmste humanitäre Krise seiner Geschichte. Jahrelang galt er im Westen als Paria, doch nun ist er wieder salonfähig: denn seit dem Krieg in der Ukraine braucht die Welt dringend venezolanisches Öl.

Vom Busfahrer zum Präsidenten: Nicolás Maduro gibt so schnell nicht auf. Mit unerschütterlichem Glauben an seinen guten Stern und glühendem Sendungsbewusstsein sieht er es als seine Mission an, die sozialistische Revolution Venezuelas um jeden Preis fortzuführen. Einst war Venezuela das reichste Land Lateinamerikas. Seit Maduros Amtsantritt befindet es sich in der schwersten humanitären, sozialen, monetären und wirtschaftlichen Krise seiner Geschichte, zerrüttet von autoritärem Regierungsstil, ideologischer Verhärtung und jahrelangen wirtschaftlichen Fehlentscheidungen.

Die Ölproduktion brach von fast vier Millionen auf weniger als 500.000 Barrel pro Tag ein. Die Inflation erreichte einen Rekordwert von über 3.000 Prozent. Mittlerweile leben 90 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Millionen Venezolaner haben das Land verlassen. Auf die sozialen Unruhen reagierte Maduro mit einem zunehmend diktatorischen Führungsstil. Er machte die Opposition mundtot, brachte die Presse zum Schweigen und ließ sich als Alleinherrscher feiern. Jahrelang wurde er von der internationalen Gemeinschaft ausgegrenzt und von internationalen Treffen ausgeschlossen. Doch der Krieg in der Ukraine hat das geopolitische Kräfteverhältnis tief erschüttert. Heute braucht die Welt dringend venezolanisches Öl. Vom Paria wird Nicolas Maduro wieder zum gefragten Gesprächspartner und unverzichtbaren Verbündeten.

Dokumentation von Paul Cabanis (F 2024, 52 Min)
Video verfügbar bis zum 15/02/2026


August 19, 2025

Faire casquer les riches | Capitalisme américain, le culte de la richesse (2/3) | ARTE

Mar 1, 2025 | Rediffusion disponible jusqu'au 01/02/2026

Les grandes étapes du capitalisme américain. Deuxième épisode : nommé secrétaire au Trésor en 1921, le roi de l’aluminium Andrew Mellon développe la théorie du "ruissellement". Mais le paradis des millionnaires se fracasse contre le krach de 1929, qui précipite le pays dans la Grande Dépression et le chômage de masse.

"Soak the rich" ("faire casquer les riches") : ulcéré par la cupidité et la fraude fiscale, le démocrate Roosevelt, qui sera réélu en 1936, prône un capitalisme maîtrisé. Avec son New Deal, l’État fédéral reprend la main sur l’économie et lance de grands chantiers publics. Au-delà du rêve américain, les "libéraux", adeptes de la régulation, et les "conservateurs", qui accusent l’interventionniste Roosevelt de tyrannie, s’affrontent sur le choix du capitalisme. Si le New Deal échoue à faire "casquer" les riches, la Seconde Guerre mondiale va offrir aux États-Unis la plus belle relance économique de tous les temps. Le chômage disparaît, les usines tournent jour et nuit, et le défi technologique de la bombe atomique va achever de sceller la collaboration entre l’industrie, la recherche et l’État. À la fin des années 1940, dans une Amérique qui produit la moitié de la richesse mondiale, même les millionnaires acceptent de payer des impôts élevés. Dès lors, l’État fédéral garantit la stabilité de l’économie et l’élite industrielle perd son pouvoir absolu, mais les conservateurs n’ont pas dit leur dernier mot.

Hors de contrôle
Comment, aux États-Unis, la République frugale des pères fondateurs s’est-elle transformée en gouvernement de riches pour les riches ? Au fil d’un récit haletant, nourri d’archives d’un capitalisme américain très cinématographique, cette série documentaire révèle la continuité d’une élite qui a toujours su justifier son opulence et éliminer la concurrence, en recyclant habilement la mythologie du pays pour rendre sa domination acceptable. Fondé sur la liberté d’entreprendre et la recherche du profit individuel, mais aussi sur la maîtrise du droit – la loi au service de l'intérêt privé –, le système rend inévitable la concentration exponentielle de la richesse, même si les partisans de la régulation par l’État n'ont cessé de s’opposer à cet ultralibéralisme féroce. De l’alibi philanthropique à la promesse renouvelée du "ruissellement", du mythe du self-made-man à la figure héroïsée du génie visionnaire de la Silicon Valley, ces trois épisodes déroulent un siècle et demi d’un capitalisme devenu hors de contrôle depuis près de quatre décennies, en dépit des conflits et des luttes. Si le mouvement Occupy Wall Street, notamment, a dénoncé l'avidité de ce "1 %" de la population face aux "99 %" qui la subissent, 722 milliardaires et 22 millions de millionnaires en Amérique continuent aujourd’hui d'accroître discrètement leur fortune en payant moins d’impôts que leurs secrétaires, en toute légalité.

Série documentaire (France, 2020, 1h)




Le paradis des millionnaires | Capitalisme américain, le culte de la richesse (1/3) | ARTE

Qui veut gagner des milliards ? | Capitalisme américain, le culte de la richesse (3/3) | ARTE

July 18, 2025

Ist die Rente noch sicher? | Doku HD Reupload | ARTE

Jul 17, 2025 | Wie kann die Rente heute noch sicher, ausreichend und gerecht sein? Welche Reformen sind dazu nötig - und welche Vorbilder gibt es in Europa? Gemeinsam mit zwei jungen Protagonisten nimmt die Doku unsere Ängste und Vorurteile unter die Lupe und stellt interessante Ideen aus ganz Europa vor. Klar ist: Reformen werden nur gelingen, wenn alle Bürger*innen mitreden!

Die Sicherung der Altersvorsorge ist eine der größten Herausforderungen für die Zukunft Europas. In den nächsten Jahren gehen die sogenannten Babyboomer in den Ruhestand. Manche waren beruflich erfolgreich, andere oft arbeitslos oder Geringverdiener. Frauen erhalten im Schnitt deutlich weniger Rente als Männer. Wie können wir Altersarmut verhindern? Und wie können junge Menschen mit einer Rente rechnen, die zum Leben reicht?

Gemeinsam mit unseren Protagonisten Moritz (19) und Estelle (32) wagt der Film einen Blick in die Zukunft. Estelle lässt sich auf ein Experiment ein: Sie wird von einer Maskenbildnerin alt geschminkt. Wird sie anders über ihre Altersvorsorge denken, wenn sie sich selbst als alte Frau sieht? Moritz engagiert sich in der Generationenstiftung für eine Rente, in die auch Beamte und Selbstständige einzahlen – wie in Österreich, wo die Renten um 70 Prozent höher liegen als in Deutschland. Auch Estelle kann als Französin eine bessere Rente erwarten: Ihre Mutter Helga hat dank gesetzlicher Zusatzrenten ein gutes Auskommen und kann auf ihre Enkel aufpassen, während Estelle arbeiten geht.

Wie kam es dazu, dass das deutsche Rentenniveau so gesunken ist? Und warum gehen die Menschen in Frankreich für ihre Rente auf die Straße? Gemeinsam mit Walter Riester zeigen wir, was bei seiner Zusatzrente schiefging – in Schweden funktioniert sie recht gut. Bei der privaten Vorsorge gibt es immer noch viele falsche Versprechen, vor allem in Polen sind die Menschen enttäuscht.

Dokumentarfilm von Sabine Jainski und Ilona Kalmbach (D 2023, 90 Min)
Video verfügbar bis zum 25/09/2025


February 21, 2025

Warum ist Reichtum so ungerecht verteilt? | 42 - Die Antwort auf fast alles | ARTE

Feb 21, 2025 | Die einen fliegen für viele Millionen Dollar touristisch ins All oder feiern gigantische Hochzeiten – während die anderen noch immer in Slums von wenigen Dollar am Tag leben. Obwohl die Wirtschaft wächst wie noch nie zuvor in der Menschheitsgeschichte, ist der erzeugte Wohlstand ziemlich ungleich verteilt. Warum ist das so?

Schaut man sich die Entwicklung der Weltwirtschaft an, dann sieht die Sache erst einmal gar nicht so schlecht aus: Der globale Wohlstand ist in den vergangenen Jahrzehnten massiv gewachsen. Vor allem in China haben sich viele Menschen aus bitterer Armut befreien können. Weil aber das enorme Wachstum in Asien nicht nur die Armen etwas weniger arm, sondern vor allem die Reichen viel reicher gemacht hat, ist die Vermögensungleichheit insgesamt immer noch ziemlich groß: Den oberen zehn Prozent der Weltbevölkerung gehören aktuell 76 Prozent aller Vermögen – die untere Hälfte kann gerade mal zwei Prozent aller Reichtümer ihr Eigen nennen. Wie ist diese extreme Ungleichheit zu erklären?

Viele Sozialwissenschaftlerinnen machen vor allem die Staaten verantwortlich: Wer Ungleichheit abbauen wolle, müsse umverteilen – vor allem durch Steuern und das Sozialsystem. Im Zuge der Wirtschaftspolitik des sogenannten Neoliberalismus seien in den vergangenen 40 Jahren diese Umverteilungsmechanismen allerdings weltweit mehr und mehr zurückgefahren worden. Der Wirtschaftswissenschaftler Ignacio Flores von der Paris School of Economics hält das für eine Fehlentwicklung. Wirtschaftswachstum und Umverteilung hin zu einer egalitären Gesellschaft schließen sich seiner Meinung nach gar nicht aus. Ein gutes Beispiel seien die sogenannte Trente Glorieuse, die 30 wirtschaftlich starken Jahre ab 1945 nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs – in Deutschland die Zeit des Wirtschaftswunders. Nach den Schrecken von Faschismus und im Angesicht des sowjetischen Sozialismus hätten Frankreich und Deutschland massiv in Umverteilung und Sozialstaat investiert – und die Wirtschaft sei dennoch in einem Ausmaß gewachsen, wie es heute kaum noch vorstellbar ist.

Muss also einfach der Sozialstaat der Nachkriegszeit zurückgeholt werden? Oder braucht es – für mehr Gleichheit – doch tiefere Eingriffe in das Wirtschaftssystem? Und wie viel Gleichheit beim Wohlstand ist eigentlich wünschenswert?

Wissenschafts-Dokureihe, Regie: Max Lebsanft (D 2024, 28 Min)
Video verfügbar bis zum 23/02/2028


October 16, 2024

USA - Der Aufstieg der Ultrarechten | Doku HD | ARTE

Oct 15, 2024 | Wie konnten die Ultrarechten bis ins Zentrum der amerikanischen Politik aufsteigen? Indem sie nach und nach Machtpositionen in Politik, Justiz und Medien besetzten und ihren Einflussbereich stetig ausweiteten. Für ihr Ziel – den Wahlsieg 2024 – ist die ultrarechte Minderheit sogar bereit, die Demokratie aufs Spiel zu setzen. Wie hat sie es geschafft, die politische Bühne zu erobern?

Die Verschärfung des Abtreibungsrechts, der Sturm auf das Kapitol 2021, das Aufflammen rassistischer Gewalt: Nie zuvor waren die Ultrarechten in den USA mächtiger und sichtbarer als heute – und das liegt nicht nur an Donald Trump. Die Ultrarechte konnte sich in der Mitte der US-Politik etablieren, indem sie nach und nach Schlüsselpositionen in Politik, Justiz und Medien besetzte und ihren Einfluss kontinuierlich vergrößerte. Mit Blick auf einen Wahlsieg 2024 ist sie bereit, die Dämonen der Sezessionskriege zu wecken, das Land ins Chaos zu stürzen und die Demokratie ins Wanken zu bringen.

Der Siegeszug der radikalen Rechten ist das Ergebnis einer wohlüberlegten Strategie: Vor mehr als 40 Jahren wurde sie in Gang gesetzt – von einer konservativen Minderheit, die nach der Macht strebte. Sie hat quasi unbemerkt ihre Agenda durchgesetzt. Heute erntet sie die Früchte dieser Arbeit: Ihr ist es gelungen, die Schaltzentralen der Macht zu erobern – in Politik, Justiz und Medien.

Donald Trump hat diesen Prozess in jeder Hinsicht beschleunigt. Mit seiner Hilfe haben die Ultrarechten den Obersten Gerichtshof in ihre Gewalt gebracht, nun können sie bei wichtigen Entscheidungen im Kongress den Ausschlag geben. Mit Donald Trump oder einem seiner politischen Erben könnten die Ultrarechten in Zukunft noch weiter in die Offensive gehen.

Dokumentation von Alice Cohen (F 2024, 53 Min)
Video verfügbar bis zum 27/01/2025


December 08, 2023

Bedrohen Superreiche die Demokratie? | 42 - Die Antwort auf fast alles | ARTE

Dec 8, 2023 | Weltweit nimmt der Superreichtum immer gigantischere Ausmaße an. Ist es eine Gefahr für die Demokratie, wenn wenige Menschen um ein Vielfaches reicher sind als der Rest der Bevölkerung? "42" spricht darüber unter anderem mit der Rechtswissenschaftlerin Katharina Pistor, dem Soziologen Michael Hartmann oder dem Investigativ-Journalisten Olivier Petitjean.

Demokratien beruhen auf einem fundamentalen Ideal: One man, one vote – das Volk ist souverän. Das Ganze wird gestützt durch ein ausgeklügeltes System aus Checks and Balances, mit Gerichten, Parlamenten, Wahlen, Parteien und der freien Presse. So soll eigentlich verhindert werden, dass einzelne Bürger oder Teile der Bevölkerung zu einflussreich werden und die Macht im Staat übernehmen. Kann dieses komplizierte System der Machtteilung noch funktionieren, wenn wenige Bürger sehr viel reicher sind als alle anderen?

Für die Rechtswissenschaftlerin Katharina Pistor sind viele Demokratien durch den Superreichtum längst aus dem Gleichgewicht geraten: „Ich denke, wenn man sich die politische Großwetterlage anguckt in verschiedenen Demokratien, einschließlich der ältesten Demokratien, die wir haben, zum Beispiel den USA, dann ist ganz klar, dass wir die Schieflage erreicht haben.“ Laut dem Philosophen Christian Neuhäuser wird der moderne Superreichtum – im Unterschied zum Reichtum anderer Zeitalter – durch private Unternehmen erzeugt. Nutznießer sind vor allem die Chefs und Gründer der Unternehmen; sie können mit dem erworbenen Reichtum nicht nur eine enorme wirtschaftliche Macht ausüben, sondern auch politisch Einfluss nehmen. Aber wie?

Neuhäuser zufolge gibt es hier verschiedene Mechanismen, die von simpler Bestechung über Lobbyismus bis zum sogenannten Mäzenatentum reichen. Auch der französische Investigativjournalist Olivier Petitjean beobachtet, dass die politische Macht der Superreichen seit Jahren wächst. Er befürchtet, dass die Menschen „in einem Wirtschaftssystem leben, das immer mehr die Superreichen bevorzugt – und immer ungerechter wird.“

Wissenschafts-Dokureihe (D 2023, 27 Min)
Verfügbar bis zum 09/12/2024


November 11, 2023

Kapitalismus Made in USA - Reichtum als Kult (3/3) | Doku HD | ARTE

Nov 10, 2023 | In den 1980er-Jahren setzten Ronald Reagan und die Konservativen eine Politik der Deregulierung und der Steuersenkung durch. Das Silicon Valley wurde zum neuen Eldorado für junge Unternehmen. Millionäre und Großkonzerne wussten schon bald ihre Rechte genauestens anzuwenden und entkamen so ihrer Steuerpflicht ...

Als die Konservativen 1980 mit Ronald Reagan wieder an die Macht kamen, setzten sie dem Liberalismus ein jähes Ende. Die Deregulierung wurde vorangetrieben, die Steuersätze gesenkt. Erneut wurden „die Reichen immer reicher“ – genau wie in den Jahren vor dem Börsencrash von 1929. Gleichzeitig beflügelte die Entwicklung der Rechenleistung von Mikroprozessoren das Silicon Valley und ermöglichte die Herstellung kleinerer Computer. Die Mikroinformatik wurde zum neuen Trend. HP und später auch Apple verbreiteten den Mythos des visionären Computergenies, das in seiner Garage klein anfängt und sich zum millionenschweren Unternehmer hocharbeitet. Gleichzeitig entwickelte sich im Silicon Valley eine neue Kultur: Arbeitnehmerfreundliches Management im Gegenzug für ein grenzenloses Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die dank Aktienoptionen auf ein Vermögen hoffen konnten. 1995 zog das Internet weltweit in die Haushalte ein und beschleunigte die Kapitalanhäufung fünf mächtiger Firmen: Google, Apple, Facebook, Amazon und Microsoft, auch GAFAM genannt. Die Entmonopolisierung gehörte der Vergangenheit an. Bill Gates und eine Handvoll weiterer Milliardäre vermarkteten sich als spendierfreudige Philanthropen, die den übrigen Superreichen als Deckmantel dienten. Sie wussten ihre Rechte genauestens anzuwenden und entkamen so einem Großteil ihrer Steuerpflicht. Amerikanische Großkonzerne setzten außerdem auf ein neues Steuerparadies, den US-Bundesstaat Delaware. Selbst die Finanzkrise 2008 zog keine Regulierung der Finanzmärkte nach sich und 2010 entschied der Supreme Court, dass es für „unabhängige Wahlkampfausgaben“ keine Grenzen gebe: Die Demokratie wurde so erneut zum Jagdrevier der Millionäre. Die Figur des visionären Genies aus dem Silicon Valley ebnete den Weg für ein neues Kapitel in der Geschichte des Kapitalismus – leider ohne jeden Profit für die Staatskassen. Aber um ihre Position als Supermacht zu bewahren und ihr Investitionsvermögen zu sichern, brauchen die USA Steuereinnahmen. Geschröpft wurden und werden letztendlich vor allem Kleinunternehmen und die Mittelschicht.

Dokureihe, Regie: Cédric Tourbe und Romain Huret (F 2020, 59 Min)

Video auf YouTube verfügbar bis zum 12/05/2024


November 09, 2023

Kapitalismus Made in USA - Reichtum als Kult (2/3) | Doku HD | ARTE

Nov 8, 2023 | Im Oktober 1929 brach die Wirtschaft in den Vereinigten Staaten zusammen. Die Großindustriellen setzten die Mechanismen der Wirtschaft mit Naturgesetzen gleich und bauten auf deren Selbstheilungskräfte. Roosevelts "New Deal" sahen sie als Schikane. Der Erfolg dieser Politik ist aus heutiger Sicht umstritten ...

Das Paradies der Millionäre ging mit dem Börsenkrach von 1929 und der darauffolgenden Depression zugrunde. Der interventionistische „New Deal“ des 1932 gewählten Präsidenten Franklin D. Roosevelt war für die um Lösungen verlegenen Wirtschaftsgrößen zunächst ein willkommenes Programm. Sie stimmten der Gründung öffentlicher Unternehmen zur Senkung der Arbeitslosigkeit zu und ließen sich auf Gehaltsverhandlungen mit den Gewerkschaften ein. Der Konsens währte jedoch nicht lange, denn die Industriellen verdächtigten Roosevelt, den Kapitalismus dauerhaft regulieren zu wollen. Sie beschuldigten den Präsidenten der Tyrannei. Die „New Dealer“ bezeichneten sich als Antwort darauf fortan als Liberale, ihre Gegner als Konservative. Roosevelt wurde trotz der gegen ihn ausgerichteten Propagandakampagnen der Konservativen 1936 wiedergewählt. Aber der „New Deal“ war teuer. Da nur die Oberschicht einkommensteuerpflichtig war, lautete die Parole der Liberalen nun: Die Reichen schröpfen! Doch Letztere hatten mit Spendengeldern ein Steuerschlupfloch gefunden: Die Staatskasse blieb leer und der „New Deal“ verlief kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs im Sande. Zu Kriegsbeginn konnte die amerikanische Rüstungsbranche nur 25 Prozent der Aufträge bedienen, woraufhin entschieden wurde, die Einkommenssteuerpflicht auf die gesamte Bevölkerung auszudehnen. Der Staat erlebte infolgedessen einen gehörigen wirtschaftlichen Aufschwung. Außerdem erkannten die Unternehmer ausgerechnet in der Atombombe die Möglichkeit einer Zusammenarbeit zwischen Privatsektor, Wissenschaft und Staat. 1945 produzierten die USA die Hälfte des weltweiten Reichtums. Trotz eines fortan streng regulierten Kapitalismus war das Wachstum so enorm, dass die Reichen die neuen Spitzensteuersätze hinnahmen.

Dokureihe von Cédric Tourbe und Romain Huret (F 2020, 60 Min)

Video auf YouTube verfügbar bis zum 12/05/2024


November 08, 2023

Kapitalismus Made in USA - Reichtum als Kult (1/3) | Doku HD | ARTE

Nov 3, 2023 | Die USA waren schon vor 120 Jahren ein Paradies für Millionäre: Unternehmer wie John D. Rockefeller häuften ohne nennenswerte Steuerpflicht enorme Vermögen an. Gegen die Ausbeutung der Arbeiter bildete sich eine progressive Bewegung. Der Einfluss der Superreichen auf die Politik erschwerte jedoch soziale Fortschritte. Der Konflikt spitzte sich immer weiter zu.

Kapitalismus basierte auch in den USA von Anfang an auf individuellem Profit und unternehmerischer Freiheit. Ein Großteil des Reichtums ist in einem solchen System häufig nur unter wenigen Nutznießern aufgeteilt. Um zumindest etwas zu regulieren, wurden auch dort schließlich Aufsichtsgremien geschaffen, Monopole verboten und Reiche besteuert. Seit etwa 40 Jahren läuft der US-amerikanische Kapitalismus jedoch mehr und mehr aus dem Ruder. In sämtlichen Branchen haben sich sehr wohl Monopole herausgebildet, 722 Milliardäre und 22 Millionen Millionäre zahlen ganz legal weniger Steuern als ihre Angestellten. Die USA waren bereits vor 120 Jahren ein Paradies für Millionäre. Es gab keine gesetzlichen Regelungen, und so konnte John D. Rockefeller, der erste Milliardär der Weltgeschichte, völlig ungehindert ein Ölimperium aufbauen. Der Stahlmagnat Andrew Carnegie rechtfertigte seine massive Anhäufung von Reichtum mit Philanthropie und seinen Spenden für ausgewählte Projekte. Der Banker J. P. Morgan wiederum fungierte in Eigenregie als Zentralbank der Vereinigten Staaten. Die Demokratie wurde von den Millionären beherrscht und ermöglichte so den Fortbestand einer der rücksichtslosesten Formen des Kapitalismus. Zur gleichen Zeit bemühte sich eine progressive Strömung darum, das Land aus den Fängen der Superreichen zu befreien und Rockefellers Monopol wurde trotz seines erbitterten Widerstands zerschlagen. Kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs wurde die Kinderarbeit verboten und eine Reichensteuer eingeführt. Doch Spendengelder waren davon ausgeschlossen und wurden zum Steuerschlupfloch der Millionäre. Der amerikanische Kapitalismus entwickelte sich weiter: Das Ludlow-Massaker bedeutete das Ende blutiger Streikniederschlagungen. Henry Ford folgte dem Beispiel eines New Yorker Schuhherstellers und zahlte seinen Arbeitern das Doppelte des damaligen Durchschnittsgehalts. Die Folge war eine gesteigerte Produktivität seines Unternehmens. In Tennessee eröffnete ein Lebensmittelhändler den ersten Selbstbedienungsladen und legte den Grundstein für die heutigen Supermärkte. Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs übernahmen die Millionäre jedoch zunächst wieder die Kontrolle über ihr Paradies.

Dokureihe von Cédric Tourbe und Romain Huret (F 2020, 58 Min)
Video auf YouTube verfügbar bis zum 12/05/2024


October 03, 2023

Die Thatcher-Jahre | Doku HD | ARTE

Jun 7, 2023 | Die Thatcher-Ära ist ein Meilenstein der Geschichte und gilt als Geburtsstunde unserer heutigen Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung. Dennoch herrscht bei Weitem kein Konsens darüber, was Thatcherismus genau bedeutet – und zwar aus gutem Grund: Die drei von Margaret Thatcher geführten Regierungen setzten von 1979 bis 1990 erstmals die Konzepte des Neoliberalismus um.

Margaret Thatcher: eine polarisierende Person, die oft sehr undifferenziert wahrgenommen wird. Hinter ihrem übertriebenen Verhalten und ihren exzessiven Äußerungen verblasst der Kontext der damaligen Zeit. Übrig bleibt ein sehr vereinfachendes, nicht selten frauenfeindlich gefärbtes Bild: das einer unaufhaltsamen Dampfwalze, fest entschlossen, zum Erreichen ihrer Ziele alles plattzumachen, was sich ihr in den Weg stellt.

Dabei ist die Realität viel komplexer und chaotischer. Die Eiserne Lady hat nicht immer ihre neoliberalen Überzeugungen konsequent verfochten und entsprach auch nicht unbedingt dem Klischee der Frau aus dem Volk mit dem gesunden Menschenverstand. Gewiss hat sie das Vereinigte Königreich autoritär nach ihrem Bild umgestaltet, doch ein großer Teil dieses Bildes war ein Konstrukt, mit dem sie opportunistisch auf die politischen und kulturellen Verhältnisse ihrer Zeit reagierte.

Der Dokumentarfilm erörtert das Erbe der Eisernen Lady und lässt Mitarbeiter, politische Gegner, Zeitzeugen, Aktivisten und Historiker zu Wort kommen, deren Aussagen ein neues Licht auf diese Jahre des Wandels werfen: Waren Margaret Thatcher und die Neoliberalen wirklich so modern, so „neo“, als sie die progressiven, angeblich archaischen Ideen der Linken in den Orkus beförderten? Oder waren sie nicht vielmehr selbst zutiefst archaisch mit ihrer Rückkehr zum brutalen Liberalismus des 19. Jahrhunderts und seiner rigiden viktorianischen Moral, von PR-Leuten clever als modern verkauft? Margaret Thatcher war die Matrix des radikalen Konservatismus und verkörperte wie keine andere diesen unauflösbaren Widerspruch, der sich bis heute durch die Gesellschaft zieht.

Dokumentarfilm von Guillaume Podrovnik (F 2022, 92 Min)
Verfügbar bis zum 12/08/2023


September 26, 2023

Ronald Reagan, 40. Präsident der USA | Geschehen, neu gesehen | Doku | ARTE

Jan 7, 2022 | ARTE nimmt geschichtsträchtige Personen und Ereignisse in den Fokus. In dieser Folge: Nachdem Ronald Reagan 1981 das Herz der Amerikaner erobert hatte, leitete der US-Präsident eine weitreichende Wirtschaftsreform ein, um dem Land wieder zum Aufschwung zu verhelfen.

Als Ronald Reagan am 20. Januar 1981 als 40. Präsident der USA vereidigt wurde, steckte das Land in einer tiefen Rezession. Gleich nach seiner Ankunft im Weißen Haus war klar, dass es diesem Präsidenten an Wissen und Erfahrung mangelte. Doch die Amerikaner waren felsenfest überzeugt: Reagan würde dem Land wieder zu Stolz und Ehre verhelfen! Nachdem er das Herz der Amerikaner erobert hatte, leitete Reagan eine weitreichende Wirtschaftsreform ein, um dem Land wieder zum Aufschwung zu verhelfen. Es war eine radikale Abkehr von der Vergangenheit. Der Staat zog sich aus seiner sozialen Verantwortung zurück, die Ungleichheiten nahmen zu, die Staatsverschuldung war horrend. Reagan sah sich gezwungen, die größte Steuererhöhung in der Geschichte der USA vorzunehmen. Doch das schadete ihm nicht, ganz im Gegenteil: Reagan war ein Pragmatiker und schreckte vor offenen Widersprüchen nicht zurück. Geschickt surfte er auf der Welle des nun einsetzenden Wirtschaftswachstums, obwohl dies nicht sein Verdienst war, und holte sich mit klarer Mehrheit eine zweite Amtszeit. Getreu seinem Cowboy-Image hatte er nun freie Bahn, um sich seinen Erzfeind vorzuknöpfen: den Kommunismus! Verdutzt erfuhren die Amerikaner, dass Reagan einen "Krieg der Sterne" plante. Die Militarisierung des Weltalls versetzte die UdSSR in Panik und trieb sie in ein ruinöses technologisches Wettrüsten. Er beendete 40 Jahre Kalten Krieg und polierte damit sein Image auf. Gorbatschow, an der Spitze einer ausgebluteten und zerfallenden Sowjetunion, war zu allen Zugeständnissen bereit. 1989 schied Reagan aus dem Amt – und war beliebter denn je, obwohl die Bilanz seiner Regierung eher durchwachsen war.

Dokureihe, Regie: Cédric Condon (F 2019, 52 Min)


September 09, 2023

Mysterium Satoshi - Bitcoin wie alles begann | Doku HD Komplettfassung | ARTE

Feb 22, 2022 | Anfang 2009, inmitten der Finanzkrise, brachte "Satoshi Nakamoto" den Bitcoin in Umlauf. Er schuf damit die erste dezentrale und zuverlässige Kryptowährung - und ist seit 2011 komplett von der Bildfläche verschwunden. "Mysterium Satoshi" erzählt die spannende Entstehungsgeschichte von Bitcoin und der Blockchain-Technologie aus Sicht seines geheimnisvollen Schöpfers.

Wie im Abspann angegeben ist Satoshis Monolog weitgehend erfunden. Er ist « frei inspiriert von der gleichnamigen Figur ». ...


June 07, 2023

Die Thatcher-Jahre | Doku HD | ARTE

Jun 7, 2023 | Die Thatcher-Ära ist ein Meilenstein der Geschichte und gilt als Geburtsstunde unserer heutigen Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung. Dennoch herrscht bei Weitem kein Konsens darüber, was Thatcherismus genau bedeutet – und zwar aus gutem Grund: Die drei von Margaret Thatcher geführten Regierungen setzten von 1979 bis 1990 erstmals die Konzepte des Neoliberalismus um.

Margaret Thatcher: eine polarisierende Person, die oft sehr undifferenziert wahrgenommen wird. Hinter ihrem übertriebenen Verhalten und ihren exzessiven Äußerungen verblasst der Kontext der damaligen Zeit. Übrig bleibt ein sehr vereinfachendes, nicht selten frauenfeindlich gefärbtes Bild: das einer unaufhaltsamen Dampfwalze, fest entschlossen, zum Erreichen ihrer Ziele alles plattzumachen, was sich ihr in den Weg stellt.

Dabei ist die Realität viel komplexer und chaotischer. Die Eiserne Lady hat nicht immer ihre neoliberalen Überzeugungen konsequent verfochten und entsprach auch nicht unbedingt dem Klischee der Frau aus dem Volk mit dem gesunden Menschenverstand. Gewiss hat sie das Vereinigte Königreich autoritär nach ihrem Bild umgestaltet, doch ein großer Teil dieses Bildes war ein Konstrukt, mit dem sie opportunistisch auf die politischen und kulturellen Verhältnisse ihrer Zeit reagierte.

Der Dokumentarfilm erörtert das Erbe der Eisernen Lady und lässt Mitarbeiter, politische Gegner, Zeitzeugen, Aktivisten und Historiker zu Wort kommen, deren Aussagen ein neues Licht auf diese Jahre des Wandels werfen: Waren Margaret Thatcher und die Neoliberalen wirklich so modern, so „neo“, als sie die progressiven, angeblich archaischen Ideen der Linken in den Orkus beförderten? Oder waren sie nicht vielmehr selbst zutiefst archaisch mit ihrer Rückkehr zum brutalen Liberalismus des 19. Jahrhunderts und seiner rigiden viktorianischen Moral, von PR-Leuten clever als modern verkauft?

Margaret Thatcher war die Matrix des radikalen Konservatismus und verkörperte wie keine andere diesen unauflösbaren Widerspruch, der sich bis heute durch die Gesellschaft zieht.

Dokumentarfilm von Guillaume Podrovnik (F 2022, 92 Min)
Verfügbar bis zum 12/08/2023