BERLINER ZEITUNG: Der digitale Euro nimmt Gestalt an. Die EU verspricht Datenschutz und den Erhalt des Bargelds. Kritiker sehen jedoch Risiken, über die bislang kaum gesprochen wird.
Seit Jahren wird in Brüssel über den digitalen Euro gestritten, nun kommt das Projekt der Europäischen Zentralbank (EZB) einen Schritt voran. Am Dienstag verabschiedete der Ausschuss für Wirtschaft und Währung (ECON) des Europäischen Parlaments seine Position zum Währungspaket, das auch die Einführung des digitalen Euro umfasst.
Die neue elektronische Form des Zentralbankgeldes soll von der EZB ausgegeben werden und sowohl online als auch offline nutzbar sein. Während Online-Zahlungen über ein kontobasiertes System abgewickelt werden, sollen Offline-Zahlungen direkt zwischen Endgeräten erfolgen. Die Einführung des digitalen Euro ist nach den derzeitigen Planungen bis 2029 vorgesehen. » | Franz Becchi | Mittwoch, 24. Juni 2026
Democracy is an illusion! It’s become a political system fostered by the élite, for the élite, in order to fool the people that they have a stake in the system. In actual fact, they have virtually none. The whole political system in the modern era, despite having noble beginnings, is now used to benefit the few at the expense of the many. – Mark Alexander, June 29, 2018
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June 24, 2026
May 27, 2026
Jeffrey Sachs an Bundeskanzler Merz: Verhindern Sie offenen Krieg mit Russland!
BERLINER ZEITUNG : Der Ökonom und Diplomat Jeffrey Sachs fordert Bundeskanzler Merz auf, mit Russlands Präsident Putin unverzüglich Gespräche über Frieden in Europa zu beginnen. Der Brief im Wortlaut.
Dieser Screenshot stammt aus diesem Artikel der Berliner Zeitung. | Jeffrey Sachs, hier beim Antalya Diplomacy Forum 2025 in der Türkei, warnt vor einem Krieg in Europa und der Zerstörung der deutschen Wirtschaft. | © IMAGO/Emin Sansar
Offener Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Merz,
als ich Ihnen vor einem halben Jahr einen offenen Brief schrieb, habe ich an Deutschland appelliert, die Diplomatie gegenüber Russland zu suchen, anstatt den Krieg zu normalisieren. Sechs Monate später hat sich die Lage in Europa dramatisch verschlechtert. Europa und Russland schlittern in einen offenen Krieg. In dieser Situation tragen Sie, Herr Bundeskanzler, eine einzigartige Verantwortung. Kein anderer europäischer Staats- und Regierungschef – weder in Paris, noch in Warschau, noch in Rom – verfügt über das Gewicht Deutschlands oder hat die Macht, die Sie persönlich besitzen, diese Katastrophe zu verhindern. Werden Sie sich für den Frieden einsetzen?
Sie selbst forderten im Januar 2026 gemeinsam mit Premierminister Meloni und Präsident Macron die Wiederaufnahme der Beziehungen Europas zu Russland und bezeichneten Russland als „ein europäisches Land“. Dennoch haben Sie die Diplomatie nicht verfolgt. Angesichts der Zukunft Europas, die auf dem Spiel steht, ist dies ein beispielloser Verzicht auf Ihre Führungsrolle. Haben Sie in Ihrer Zeit als Bundeskanzler auch nur einen einzigen substanziellen Dialog mit Präsident Putin versucht? Hat Ihr Außenminister jemals einen substanziellen Dialog mit Außenminister Lawrow versucht? Echte Gespräche, so wie jene, die den Kalten Krieg beendeten? Soweit die öffentlichen Aufzeichnungen belegen, lautet die Antwort: Nein. Nicht ein einziges Mal. Und nicht etwa, weil die Dringlichkeit nicht erkannt worden wäre. Lesen Sie den Brief weiter » | Michael Maier Jeffrey Sachs | Mittwoch, 27. Mai 2026
Offener Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Merz,
als ich Ihnen vor einem halben Jahr einen offenen Brief schrieb, habe ich an Deutschland appelliert, die Diplomatie gegenüber Russland zu suchen, anstatt den Krieg zu normalisieren. Sechs Monate später hat sich die Lage in Europa dramatisch verschlechtert. Europa und Russland schlittern in einen offenen Krieg. In dieser Situation tragen Sie, Herr Bundeskanzler, eine einzigartige Verantwortung. Kein anderer europäischer Staats- und Regierungschef – weder in Paris, noch in Warschau, noch in Rom – verfügt über das Gewicht Deutschlands oder hat die Macht, die Sie persönlich besitzen, diese Katastrophe zu verhindern. Werden Sie sich für den Frieden einsetzen?
Sie selbst forderten im Januar 2026 gemeinsam mit Premierminister Meloni und Präsident Macron die Wiederaufnahme der Beziehungen Europas zu Russland und bezeichneten Russland als „ein europäisches Land“. Dennoch haben Sie die Diplomatie nicht verfolgt. Angesichts der Zukunft Europas, die auf dem Spiel steht, ist dies ein beispielloser Verzicht auf Ihre Führungsrolle. Haben Sie in Ihrer Zeit als Bundeskanzler auch nur einen einzigen substanziellen Dialog mit Präsident Putin versucht? Hat Ihr Außenminister jemals einen substanziellen Dialog mit Außenminister Lawrow versucht? Echte Gespräche, so wie jene, die den Kalten Krieg beendeten? Soweit die öffentlichen Aufzeichnungen belegen, lautet die Antwort: Nein. Nicht ein einziges Mal. Und nicht etwa, weil die Dringlichkeit nicht erkannt worden wäre. Lesen Sie den Brief weiter » | Michael Maier Jeffrey Sachs | Mittwoch, 27. Mai 2026
January 19, 2026
Grönland: Trump droht mit neuen Zöllen gegen europäische Staaten
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September 12, 2025
Schulden in Europa: Wie groß ist die Gefahr? | ARTE Europa - Die Woche
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August 26, 2025
Warum bekommt Europa immer weniger Kinder? | ARTE Europa - Die Woche | Reupload
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Geburtenrate
July 18, 2025
Ist die Rente noch sicher? | Doku HD Reupload | ARTE
Jul 17, 2025 | Wie kann die Rente heute noch sicher, ausreichend und gerecht sein? Welche Reformen sind dazu nötig - und welche Vorbilder gibt es in Europa? Gemeinsam mit zwei jungen Protagonisten nimmt die Doku unsere Ängste und Vorurteile unter die Lupe und stellt interessante Ideen aus ganz Europa vor. Klar ist: Reformen werden nur gelingen, wenn alle Bürger*innen mitreden!
Die Sicherung der Altersvorsorge ist eine der größten Herausforderungen für die Zukunft Europas. In den nächsten Jahren gehen die sogenannten Babyboomer in den Ruhestand. Manche waren beruflich erfolgreich, andere oft arbeitslos oder Geringverdiener. Frauen erhalten im Schnitt deutlich weniger Rente als Männer. Wie können wir Altersarmut verhindern? Und wie können junge Menschen mit einer Rente rechnen, die zum Leben reicht?
Gemeinsam mit unseren Protagonisten Moritz (19) und Estelle (32) wagt der Film einen Blick in die Zukunft. Estelle lässt sich auf ein Experiment ein: Sie wird von einer Maskenbildnerin alt geschminkt. Wird sie anders über ihre Altersvorsorge denken, wenn sie sich selbst als alte Frau sieht? Moritz engagiert sich in der Generationenstiftung für eine Rente, in die auch Beamte und Selbstständige einzahlen – wie in Österreich, wo die Renten um 70 Prozent höher liegen als in Deutschland. Auch Estelle kann als Französin eine bessere Rente erwarten: Ihre Mutter Helga hat dank gesetzlicher Zusatzrenten ein gutes Auskommen und kann auf ihre Enkel aufpassen, während Estelle arbeiten geht.
Wie kam es dazu, dass das deutsche Rentenniveau so gesunken ist? Und warum gehen die Menschen in Frankreich für ihre Rente auf die Straße? Gemeinsam mit Walter Riester zeigen wir, was bei seiner Zusatzrente schiefging – in Schweden funktioniert sie recht gut. Bei der privaten Vorsorge gibt es immer noch viele falsche Versprechen, vor allem in Polen sind die Menschen enttäuscht.
Dokumentarfilm von Sabine Jainski und Ilona Kalmbach (D 2023, 90 Min)
Video verfügbar bis zum 25/09/2025
Die Sicherung der Altersvorsorge ist eine der größten Herausforderungen für die Zukunft Europas. In den nächsten Jahren gehen die sogenannten Babyboomer in den Ruhestand. Manche waren beruflich erfolgreich, andere oft arbeitslos oder Geringverdiener. Frauen erhalten im Schnitt deutlich weniger Rente als Männer. Wie können wir Altersarmut verhindern? Und wie können junge Menschen mit einer Rente rechnen, die zum Leben reicht?
Gemeinsam mit unseren Protagonisten Moritz (19) und Estelle (32) wagt der Film einen Blick in die Zukunft. Estelle lässt sich auf ein Experiment ein: Sie wird von einer Maskenbildnerin alt geschminkt. Wird sie anders über ihre Altersvorsorge denken, wenn sie sich selbst als alte Frau sieht? Moritz engagiert sich in der Generationenstiftung für eine Rente, in die auch Beamte und Selbstständige einzahlen – wie in Österreich, wo die Renten um 70 Prozent höher liegen als in Deutschland. Auch Estelle kann als Französin eine bessere Rente erwarten: Ihre Mutter Helga hat dank gesetzlicher Zusatzrenten ein gutes Auskommen und kann auf ihre Enkel aufpassen, während Estelle arbeiten geht.
Wie kam es dazu, dass das deutsche Rentenniveau so gesunken ist? Und warum gehen die Menschen in Frankreich für ihre Rente auf die Straße? Gemeinsam mit Walter Riester zeigen wir, was bei seiner Zusatzrente schiefging – in Schweden funktioniert sie recht gut. Bei der privaten Vorsorge gibt es immer noch viele falsche Versprechen, vor allem in Polen sind die Menschen enttäuscht.
Dokumentarfilm von Sabine Jainski und Ilona Kalmbach (D 2023, 90 Min)
Video verfügbar bis zum 25/09/2025
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March 23, 2022
Eilmeldung: Putin: Russland akzeptiert für Gas-Lieferungen nach Europa nur noch Rubel
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July 06, 2016
"Europa nach dem Brexit - Deutschland und die Führungsrolle" – Unter den Linden vom 04.07.2016
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November 08, 2015
43 Millionen Europäer haben nicht genug zu essen
43 Millionen Europäer haben nicht genug zu essen. Immer mehr Menschen am Kontinent sind auf Hilfe angewiesen, 120 Millionen Europäer sind per Definition armutsgefährdet. Das geht aus einem am Donnerstag in Rom veröffentlichten Report der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften hervor, die sich unter anderem auf Eurostat-Zahlen beruft. Die Studie untersuchte die humanitären Auswirkungen der Wirtschaftskrise. » | APA / la | Freitag, 11. Oktober 2013
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August 27, 2015
Millionen junge Europäer ohne Job bedrohen den sozialen Frieden
Europas hohe Jugendarbeitslosigkeit ist eines der grossen Übel unserer Zeit. Vor allem im Süden des Kontinents droht es einer ganzen Generation das Leben zu vermiesen. Seine toxische Wirkung wird noch jahrzehntelang anhalten, selbst wenn sich die Lage irgendwann wieder bessern sollte. Aber das ist keineswegs sicher. 7,5 Millionen Europäer unter 25 Jahren haben keine Arbeit und keinen Ausbildungsplatz; europaweit beträgt die Jugendarbeitslosigkeit mehr als 21 Prozent, in Griechenland überschreitet sie die Marke von 50 Prozent, in Spanien liegt sie knapp darunter. Aber auch in einigen mitteleuropäischen und nördlichen Ländern, etwa in Belgien, Polen, Irland oder Schweden, ist mindestens jeder fünfte junge Erwachsene betroffen. Und in Wirklichkeit ist die Situation noch schlimmer, als es die Statistiken ausweisen. Denn es genügt, dass ein Jugendlicher eine einzige Stunde pro Woche arbeitet, ob bezahlt oder umsonst, um nicht mehr als erwerbslos zu gelten. » | Von Sandro Benini, Co-Leiter International | Mittwoch, 26. August 2015
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February 20, 2013
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January 09, 2013
May 21, 2012
DIE PRESSE: Weltweit haben 75 Millionen junge Menschen keine Arbeit. Das führt zu Hoffnungslosigkeit und Resignation, so die Vereinten Nationen. Auch das reiche Europa steht vor einer hohen Jugendarbeitslosigkeit.
Wien. Spaniens Junge riefen als Erste die Revolution aus. Studenten und arbeitslose Jungakademiker gingen auf die Straße, um auf ihre Jobmisere aufmerksam zu machen. Das war im Mai 2011, und seither ist alles schlimmer geworden. Nirgends in Europa sind so viele Junge arbeitslos wie in Spanien. Aber die Situation ist rund um den Globus dramatisch. So sehr, dass die Internationale Arbeitsorganisation der UNO (ILO) vor dem Heranwachsen einer „verlorenen Generation“ warnt und den Regierungen empfiehlt, den Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit ganz oben auf die Agenda zu setzen.
Weltweit haben laut ILO 75Millionen Jugendliche keine Arbeit, um vier Millionen mehr als vor der Krise im Jahr 2007. Die Wirtschaftskrise hat die Jungen in den entwickelten Regionen der Welt besonders getroffen: Der Anstieg war mit 4,7 Prozentpunkten weltweit am stärksten. Rund zwei Millionen junge Arbeitskräfte sind dort im Zuge der Krise vom Arbeitsmarkt verschwunden. » | Von Jeannine Hierländer (Die Presse) | Montag, 21. Mai 2012
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January 10, 2012
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September 15, 2011
FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG: Er gibt Europa keine Chance: Lee Kuan Yew, Gründer und langjähriger Ministerpräsident Singapurs, sagt, der Euroraum sei nicht zu retten. Chinas Hilfsangebot sei reines Eigeninteresse.
Einer der führenden Staatsmänner Asiens gibt der Eurozone keine Chance mehr: Lee Kuan Yew, der Gründer Singapurs und langjährige Ministerpräsident des reichen Stadtstaates, erklärte, der Euroraum sei nicht zu retten. Der Zusammenbruch werde „ein sehr schmerzhaftes Geschäft“. Ein Zusammenbruch werde für die europäischen Politiker „ein Eingeständnis, dass ihre Erwartung des geeinten Europa unerreichbar ist“. Lee sagte: „Ich kann nicht erkennen, wie die Eurozone gerettet werden sollte. Aber sie versuchen es und wollen es weiterlaufen lassen.“ Einem Kauf europäischer Anleihen erteilte Lee, dessen Sohn Ministerpräsident von Singapur ist und dessen Schwiegertochter den reichen Staatsfonds Temasek leitet, eine Absage. „Singapur ist nicht in der Lage, die Europäer zu retten. Ich denke auch nicht, dass der Kauf von Bonds sie notwendigerweise retten würde.“
Lee ordnete auch das Verhalten der Chinesen ein: „Ich denke nicht, dass sie Europa um Europa willen retten wollen. Sie sind daran interessiert, Eurobonds preiswert zu kaufen und eine gute Rendite zu erzielen.“ Auch liege ein gemeinsames Europa nicht im Interesse Chinas: „Es ist leichter, mit 27 schwachen europäischen Ländern umzugehen als mit 27 vereinten Ländern Europas“, erklärte Lee nüchtern. » | Von Christoph Hein, Singapur | Donnerstag 15. September 2011
July 04, 2010
ZEIT ONLINE: Europa entdeckt die Tugend des Sparens. Es sollte nicht auf die Rufe aus Amerika hören, mehr Geld auszugeben
In der Panik, die nach dem Crash von 2008 ausbrach, sangen sie alle mit einer Stimme, von Washington über Berlin bis Peking: »Wir fluten die Wirtschaft mit Geld und Nachfrage, koste es, was es wolle. Nie wieder Weltwirtschaftskrise wie in den Dreißigern!« Nach der griechischen Fast-Pleite und inmitten einer zögerlichen Erholung ist der Chor zerfallen. In Europa stehen die Sparer und Schuldenkiller; in Amerika will Obama die »Fehler der Vergangenheit« nicht wiederholen und bedrängt zumal die Deutschen, weiter zu fluten. Sein Chefideologe Paul Krugman, der Nobelpreisträger, hält ihnen gar den Unglückskanzler Heinrich Brüning (1930 bis 1932) vor, der mit seiner Geiz-ist-Heil-Politik den »Untergang der Weimarer Republik besiegelt« hätte.
Unsere Angela Brüning ist diesmal, anders als zu Beginn der Griechenkrise, mit ihrem 80-Milliarden-Sparprojekt nicht allein. Die Briten, als Defizit-Sünder fast so schlimm wie die Griechen, wollen bis 2016 gar 155 Milliarden Euro schaffen. Selbst Merkels Widersacher Sarkozy, dessen Land die Staatsgläubigkeit erfunden hat, will in drei Jahren 100 Milliarden Euro einsparen. Sind die Europäer klüger als die Amerikaner? Ja. Weiter lesen und einen Kommentar schreiben >>> Von Josef Joffe | Freitag, 02. Juli 2010
June 22, 2010
WELT ONLINE: Viele EU-Bürger glauben, dass in ihrem jeweiligen Land die Armut zugenommen hat. Vor allem Griechen und Franzosen sehen ihre Heimat verarmen.
Immer mehr Europäer glauben, in ihrem Land habe die Armut in den vergangenen zwölf Monaten zugenommen. Wie EU-Sozialkommissar Laszlo Andor in Brüssel unter Berufung auf eine neue Eurobarometer-Umfrage mitteilte, sind bei Griechen, Franzosen und Bulgaren sogar mehr als vier Fünftel der Befragten dieser Auffassung.
In Deutschland gaben 57 Prozent der Befragten an, die Armut habe zugenommen. Das sind etwas weniger als im EU-Schnitt von 60 Prozent. Andor sagte, Armut stelle in der EU ein großes Problem dar. Die gegenwärtige wirtschaftliche und finanzielle Lage verschärfe die Situation. >>> KNA/cn | Dienstag, 22. Juni 2010
May 29, 2010
WELT ONLINE: Spätere Rente, höhere Abgaben, weniger Lohn: Von Sizilien bis Stockholm zerbrechen sich Finanzexperten den Kopf über Wege aus der Schuldenkrise. Seit 2008 hat sich das Staatsdefizit in der EU verdreifacht. Jetzt bekommt eine halbe Milliarde Menschen die Ausläufer des griechischen Bebens richtig zu spüren.
Blass sitzt Elena Salgado am Freitagmittag vor den Fernsehkameras im Madrider Regierungssitz Moncloa. Bedächtig legt Spaniens Wirtschaftsministerin Folie auf Folie; es sind Statistiken des Schreckens, die Salgado den Spaniern wieder einmal vorlesen muss.
Die Arbeitslosigkeit wird bis 2013 stärker ansteigen als die Regierung prognostiziert hatte. Und das am Vortag beschlossene neue Sparpaket von 15 Milliarden Euro, es reicht noch lange nicht. „Es werden weitere Maßnahmen folgen“, sagt Salgado. Wie auch immer sie es formulierte, es musste wie eine Drohung klingen.
Vom hohen Nordosten bis an die Südwestspitze Europas bekommt eine halbe Milliarde Menschen die Ausläufer des griechischen Bebens jetzt richtig zu spüren. Alle Regierungen wussten schon lange, dass ihre Finanzen nicht stimmen. Einige hatten sich bereits zu Beginn der Krise im Herbst 2008 zum Sparen durchgerungen, gezwungenermaßen, damit sie Gelder des Internationalen Währungsfonds (IWF) bekommen: Ungarn zum Beispiel, oder Lettland.
Doch erst der Absturz des Euro, die Achterbahnfahrt der Börsen und der milliardenschwere Rettungsschirm, gespannt am ersten Maiwochenende in Brüssel, haben in allen EU-Staaten eine nie gekannte Sparwelle ausgelöst. Seit 2008 hat sich das Staatsdefizit in der Union verdreifacht. Nun stehen einige Länder kurz vor dem Abgrund, andere müssen dringend die Schere ansetzen, um Schlimmeres zu vermeiden. Aber selbst jene, deren Verschuldung überschaubar und deren Wachstum zumindest existent ist, wollen lieber jetzt vorsorgen. Denn der Augenblick, so bitter es klingt, ist für die Politik günstig: Nie war den Europäern bewusster, dass es jetzt um alles geht. >>> Von Stefanie Bolzen | Samstag, 29. Mai 2010
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Staatsdefizite
May 19, 2010
WELT ONLINE: Angela Merkel hat in ihrer Regierungserklärung die Euro-Krise als existenziell für Deutschland und Europa bezeichnet. "Die Währungsunion ist eine Schicksalsgemeinschaft. Es geht um nicht mehr und nicht weniger als um die Bewahrung der europäischen Idee", sagt die Kanzlerin. Scheitere der Euro, dann scheitere Europa.
In ihrer Regierungserklärung zum 750 Milliarden Euro schweren Rettungsschirm für die Gemeinschaftswährung hat Angela Merkel von einer existenziellen Bewährungsprobe gesprochen.
„Sie muss bestanden werden", sagte die Kanzlerin. „Die Währungsunion ist eine Schicksalsgemeinschaft. Es geht um nicht mehr und nicht weniger als um die Bewahrung der europäischen Idee." Scheitere der Euro, dann scheitere Europa. Werde diese Gefahr abgewendet, würden der Euro und Europa stärker als zuvor sein.
Europa benötige eine neue Stabilitätskultur. Zudem müsse über Europa hinaus auf Ebene der wichtigsten Wirtschaftsnationen (G20) Vorsorge getroffen werden, um künftige Krisen zu verhindern. Die EU wiederum müsse schonungslos strukturelle Schwächen offenlegen. >>> dpa/fas | Mittwoch, 19. Mai 2010
June 07, 2009
TAGES ANZEIGER: Der ehemalige sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow hat die USA und Europa zu Reformen aufgerufen. Das Wirtschaftsmodell des Westens habe sich als unhaltbar erwiesen.
In den letzten Jahren sei deutlich geworden, «dass das neue westliche Modell eine Illusion war, das vor allem den Reichen genützt hat», schrieb Michail Gorbatschow in einem am Sonntag veröffentlichten Gastkommentar für die «Washington Post». Das Modell habe «auf einer Jagd nach Super-Profiten und übersteigertem Konsum für einige wenige, auf uneingeschränkte Ausbeutung der Ressourcen und auf sozialer und umweltpolitischer Verantwortungslosigkeit» basiert, kritisierte er. >>> vin/sda | Sonntag, 07. Juni 2009
THE WASHINGTON POST: We Had Our Perestroika. It's High Time for Yours.
Years ago, as the Cold War was coming to an end, I said to my fellow leaders around the globe: The world is on the cusp of great events, and in the face of new challenges all of us will have to change, you as well as we. For the most part, the reaction was polite but skeptical silence.
In recent years, however, during speaking tours in the United States before university audiences and business groups, I have often told listeners that I feel Americans need their own change -- a perestroika, not like the one in my country, but an American perestroika -- and the reaction has been markedly different. Halls filled with thousands of people have responded with applause.
Over time, my remark has prompted all kinds of comments. Some have reacted with understanding. Others have objected, sometimes sarcastically, suggesting that I want the United States to experience upheaval, just like the former Soviet Union. In my country, particularly caustic reactions have come from the opponents of perestroika, people with short memories and a deficit of conscience. And although most of my critics surely understand that I am not equating the United States with the Soviet Union in its final years, I would like to explain my position.
Our perestroika signaled the need for change in the Soviet Union, but it was not meant to suggest a capitulation to the U.S. model. Today, the need for a more far-reaching perestroika -- one for America and the world -- has become clearer than ever.
It is true that the need for change in the Soviet Union in the mid-1980s was urgent. The country was stifled by a lack of freedom, and the people -- particularly the educated class -- wanted to break the stranglehold of a system that had been built under Stalin. Millions of people were saying: "We can no longer live like this."
We started with glasnost -- giving people a chance to speak out about their worries without fear. I never agreed with my great countryman Alexander Solzhenitsyn when he said that "Gorbachev's glasnost ruined everything." Without glasnost, no changes would have occurred, and Solzhenitsyn would have ended his days in Vermont rather than in Russia.
At first, we labored under the illusion that revamping the existing system -- changes within the "socialist model" -- would suffice. But the pushback from the Communist Party and the government bureaucracy was too strong. Toward the end of 1986, it became clear to me and my supporters that nothing less than the replacement of the system's building blocks was needed.
We opted for free elections, political pluralism, freedom of religion and an economy with competition and private property. We sought to effect these changes in an evolutionary way and without bloodshed. We made mistakes. Important decisions were made too late, and we were unable to complete our perestroika.
Two conspiracies hijacked the changes -- the attempted coup in August 1991, organized by the hard-line opponents of our reforms, which ended up weakening my position as president, and the subsequent agreement among the leaders of Russia, Ukraine and Belarus to dissolve the Union. Russia's leaders then rejected the evolutionary path, plunging the country into chaos.
Nevertheless, when I am asked whether perestroika succeeded or was defeated, I reply: Perestroika won, because it brought the country to a point from which there could be no return to the past.
In the West, the breakup of the Soviet Union was viewed as a total victory that proved that the West did not need to change. Western leaders were convinced that they were at the helm of the right system and of a well-functioning, almost perfect economic model. Scholars opined that history had ended. The "Washington Consensus," the dogma of free markets, deregulation and balanced budgets at any cost, was force-fed to the rest of the world.
But then came the economic crisis of 2008 and 2009, and it became clear that the new Western model was an illusion that benefited chiefly the very rich. Statistics show that the poor and the middle class saw little or no benefit from the economic growth of the past decades. >>> Mikhail Gorbatchev | Sunday, June 07, 2009
Mikhail Gorbachev, the last general secretary of the Communist Party of the Soviet Union, heads the International Foundation for Socio-Economic and Political Studies, a Moscow-based think tank.
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